Radsport und mehr beim Spurt in den Mai
20.04.2009 (Friedhelm Kirchhartz)
Straßen- und Bahnrennen erstmals in neuer Reihenfolge
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| Andreas Beikirch (Team Sparkasse) Foto: Oliver Dercks |
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Wenn man Mitmenschen danach befragt, was sie mit dem 1. Mai assoziieren, so kommen sehr schnell Antworten wie: „Tanz in den Mai“, „Genießen der ersten Maibowle“, „Beginn der Spargelzeit“ und dgl..
In Büttgen ist das anders! Hier kann man sich den Start in den Mai ohne Radsport nicht vorstellen. Zum 47. Mal auf den Straßen des liebenswerten Sportdorfes und zum 30. Mal auf dem schnellen Lattenoval im Sportforum rollen die Räder der Asse und des Nachwuchses. In diesem Jahr ist es erstmalig so, dass bei der Reihenfolge der beiden Veranstaltungstage ein Tausch vorgenommen wurde. Den Auftakt macht das Straßenrennen am 1. Mai (von 9.00 bis 17.00 Uhr), und das Bahnrennen schließt sich am 2. Mai (von 20.00 bis 22.30 Uhr) an. Im dritten Jahrzehnt des Bestehens unserer Veranstaltung auf der Bahn „tanzen“ die Pistenflitzer auf ihren schnellen Rädern also nicht mehr am 30.04. mit Hochgeschwindigkeit >in< den Mai, sondern spurten >im< Mai. Den Sportbegeisterten bleibt damit die Qual der Wahl zwischen „Tanz in den Mai“ und Spitzenradsport im Sportforum erspart.
Wer glaubt, ihm fehle bzgl. des Bahnradsports die nötige Sachkenntnis, der sollte sich vom Gegenteil überzeugen lassen und sich von der besonderen Atmosphäre und den sportlichen Höchstleistungen mitreißen lassen. Peter Mohr, ein im Sechs-Tage-Rennen erfahrener Hallensprecher, wird das Publikum durch die Veranstaltung begleiten und auf die Besonderheiten bei der Durchführung und Wertung der verschiedenen Rennen aufmerksam machen.
Getreu dem Motto: „Alles neu macht der Mai“ ist in diesem Jahr aber nicht nur der Termin für das Bahnrennen geändert worden. Die Zuschauer können sich auf ein völlig neues Rennprogramm freuen, in dessen Mittelpunkt das „Omnium der Asse“ um den „Großen Preis der S-Finanzgruppe“ steht. Vier Spitzenmannschaften werden in sieben ganz unterschiedlichen Radsportdisziplinen ihre Kräfte messen. Die einzelnen Rennen werden nur fünf bis fünfzehn Minuten dauern und Spannung pur bieten. Auf das klassische 2er-Mannschaftsrennen über eine Stunde, das in der Vergangenheit den Abschluss und Höhepunkt des Rennabends darstellte, wird zugunsten einer Vielzahl von ebenfalls spannenden Wettbewerben verzichtet. Ein Versuch, von dem die Verantwortlichen überzeugt sind, dass er beim Publikum sehr gut ankommen wird.
Sieger des „Omniums der Asse“ kann nur die vielseitigste Mannschaft werden, die Paarung also, die nach Addition der Ergebnisse aller Einzelwettbewerbe die höchste Punktzahl erreicht hat. Das Omnium ist der „Mehrkampf“ des Radsports. Sowohl die Anforderungen der Kurzzeitbelastung (z.B.Sprint) als auch die im Ausdauerbereich (z.B. Dernyrennen) müssen die Akteure erfüllen können. Hier die sieben Disziplinen:
Temporunden
1000 m Mannschaftszeitfahren
Scratch (Sprintrennen)
Rundenrekordfahren
Ausscheidungsfahren
3000 m Mannschaftsverfolgung
Dernyrennen
Es sind zwar nur vier Mannschaften startberechtigt, aber sie bürgen für hochklassigen Sport und spannende, kurzweilige Wettkämpfe.
Die Fahrer im Einzelnen.
Die Siegerliste des Bahnrennens für das 2er-Mannschaftsrennen wird nach 29 Jahren geschlossen. In ihr ist 17 mal der Name Andreas Beikirch als Sieger mit fünf unterschiedlichen Partnern verzeichnet . Wird der Titz-Büttgener Andi, der mit dem Sieg im Vorjahr die alte Liste abgeschlossen hat, auch die neue eröffnen können? Gegen 22.30 Uhr am 2. Mai wird diese Frage beantwortet sein.
Zu den Wunschkandidaten für das Starterfeld zählte auch der Vorster Thomas Fothen vom Team Milram. Er hatte vor einigen Wochen auch grundsätzlich seine Zusage für einen Start gegeben, muss aber jetzt einer anderen Startverpflichtung für seinen Rennstall nachkommen.
Traditionell kommen auf der Bahn auch die Schnellsten im Radsport, die Aristokraten der Bahn, zu Wort: Die Sprinter! Der „Arcor-Cup“ ist in diesem Jahr dem deutschen Nachwuchs vorbehalten. Die besten sechs Sprinter aus dem Juniorenbereich (bis 18 Jahre) werden sich neben dem klassischen Sprint noch in den Sprintdisziplinen Keirin und Team-Sprint messen.
Bewähren muss sich im ersten Jahr der Zugehörigkeit zu dieser Altersklasse der Büttgener Daniel Scherring, der im vergangenen Jahr in Büttgen zur Überraschung aller Zuschauer, Deutscher Meister im Sprint der Jugend (bis 16 Jahre) wurde. Bei seinem Meisterstück hat Daniel eindrucksvoll bewiesen, dass er mit seinen schnellen Beinen auch Konkurrenten schlagen kann, die ihm bzgl. Körpergröße und athletischer Ausprägung überlegen sind. Wird Daniel den „Goliaths“ auf seiner Heimatbahn erneut ein Schnippchen schlagen können? Zu den härtesten Rivalen zählen seine Kameraden aus der Junioren-Nationalmannschaft.
Schülerrennen um den „NRW-Schüler-Cup“ und der „VfR-Kids“ runden das Programm auf der Rennpiste im Sportforum ab.
Bevor es aber auf der Bahn rund geht, wird den Sportfans am Tag zuvor von 9.00 - 16.30 Uhr Radsport total mit Familienprogramm bei City & Bike geboten. Bei den Rennen machen die Amateure der B/C-Klasse den Auftakt, gefolgt von den Jugend- und Schülerklassen des Radsports. Nicht fehlen darf natürlich auch in diesem Jahr der 1. Schritt in drei Jahrgangsklassen, 1998 - 2000, 2001 - 2002, 2003 und jünger. Der Preisstifter, Peter Kirchhartz, wird es sich auch mit fast 83 Jahren nicht nehmen lassen, alle Sieger „seiner Rennen“ persönlich zu ehren.
Das ist aber nicht das einzige Interessante für die Kids aus Büttgen und Umgebung. Auf der Strecke findet zum ersten Mal ein Staffelwettkampf der Edelknaben der Kaarster Stadtteile statt. Weiter sorgen die Fußballer des VfR Büttgen, die Rollhockeyspieler der Crash Eagles und Hans Lutz, ehemaliger Olympiasieger und Weltmeister in der Einer- und Mannschafts-Verfolgung auf der Bahn, mit einem Pedalo-Wettbewerb für Spaß und Bewegung bei den Kindern. So dürfte es den Erwachsenen leicht fallen, bei City & Bike den verkaufsoffenen Feiertag der IG Büttgen entspannt für einen Geschäftsbummel zu nutzen.
Auch die politische und sportliche Prominenz wird den Radsporttag aktiv mitgestalten. Kein Geringerer als der Bau- und Verkehrsminister des Landes NRW, Lutz Lienenkämper aus Meerbusch, führt die Liste der Teilnehmer bei der „Initiative Tandem“ an. Jeweils auf einem Dreirad werden insgesamt acht Prominente, u. a. auch Bürgermeister Franz-Josef Moormann und Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke, gemeinsam mit einem geistig behinderten Partner einen kleinen Wettkampf bestreiten. Es handelt sich dabei um eine von dem Unternehmer Burkhard Zülow ins Leben gerufene Aktion, die vom Kreissportbund mit dem Ziel betreut wird, durch gemeinsames Sport treiben in verschiedenen Bereichen die Akzeptanz und Toleranz zwischen Behinderten und Nichtbehinderten zu fördern. Die Radsportler des VfR Büttgen unterstützen diese Initiative, indem sie über das ganze Jahr verteilte gemeinsame Ausfahrten mit den Behinderten auf ihren Dreirädern organisieren.
Ja, und dann sind da am 1. Mai natürlich noch die Radasse, die, wie auf der Radrennbahn, in einem Omnium (Mehrkampf, bestehend aus vier sehr unterschiedlichen Wettbewerben) in 2er-Mannschaften um den Sieg kämpfen werden.
Im Programmheft wird die seit 1963 geführte Ehrenliste mit den Namen der jeweiligen Sieger im Hauptrennen geschlossen, sie ist Geschichte! Insgesamt fünfmal erscheint der Name:
Andreas Beikirch. Das ist absoluter Rekord! Kein anderer Fahrer konnte in den zurückliegenden Jahren auch nur annähernd eine solche Leistungskonstanz beim Büttgener Straßenradrennen zeigen.
Man darf gespannt sein, welches Team sich als Sieger 2009 in die ebenfalls neu zu eröffnende Ehrenliste eintragen lassen kann. Danilo Hondo und Joachim Tolles können bei den Straßenwettbewerben aufgrund anderer Teamverpflichtungen leider nicht dabei sein. Wir freuen uns aber, dass stattdessen zwei hoffnungsvolle Nachwuchsfahrer ihre Startzusage gegeben haben: Paul Budach und Leon Schachtner. Sie wohnen beide in Büttgen und sind beim Profi -Team BSG Hürtgenwald unter Vertrag.
